Traum vom Olympia-Gold geplatzt - Deutsche Frauen mit verdienter 1:4-Klatsche gegen Brasilien
Am heutigen Montag verpasste die deutsche Frauenfußballnationalmannschaft den Einzug ins Olympia-Finale. Mit einem verdienten 1:4 gewannen die Brasilianerinnen im Halbfinale des olympischen Frauenfußball-Turniers gegen Deutschland und konnten sich so ihr Ticket für's Finale in Peking holen.
Obwohl das Team um Trainerin Siliva Neid die ersten zehn bis 20 Minuten das Spiel dominierte und durch Birgit Prinz in der 10. Minute mit 1:0 in Führung ging, konnten die deutschen Fußballerinnen nicht mehr an die Leistung der letzen 30 Minuten des vorheringen Spiels gegen Schweden anknüpfen. Im Gegenteil, je länger die Partie von dannen ging, desto schwächer erschienen die Deutschen und das nutzen Marta und Co. aus. Noch vor der Pause konnte Brasilien nach einer Hereingabe von Christiane durch Formiga zum 1:1 (43.) ausgleichen.
Kurze Zeit später kam dann der Doppelschlag von Christiane (49.) und Marta (53.). Um das Ganze dann noch perfekt zu machen, traff Christiane in der 76. noch ein zweites Mal zum 1:4 Endstand.
Ein zweifacher Weltmeister und sechsfacher Europameister geschlagen. Solch eine hohe und bittere Niederlage hatte man nicht erwartet. Oder doch? Schließlich zeichneten sich schon zu Beginn des Turniers deutliche Defizite in den deutschen Reihen ab.
Erst ein torloses 0:0 gegen Brasilien im Eröffnungsspiel, dann zwei knappe Siege gegen Nigeria und Nordkorea (beide 1:0). So sah die Gruppenphase der deutschen Frauen aus. Wenn man diese Spiele verfolgt hatte, konnte man guten Gewissens sagen: Der Weltranglisten zweite hatte sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Die grundlegensten Dinge des Fußballspielens blieben aus. Das Passspiel war eine Katastrophe und der Torabschluss erfolgte kaum oder die Chancen wurden leichtfertig vergeben. Eine Birgit Prinz kam kaum zum Zug und eine Renate Lingor, die zwar viel "hinter den Kulissen" arbeitete, konnte auch keine eindeutigen Akzente in Richtung gegnerisches Tor setzen.
Bei Ballbesitz wurde weder das Spielfeld breit gemacht noch wurde hinten rausgerückt. So konnte kein vernünfiger Spielaufbau erfolgen und das Flügespiel über Kerstin Garefrekes und Melanie Behringer blieb über weite Strecken aus.
Auch die Arbeit mit dem Ball wurde außer Acht gelassen. Anstatt diesen in den eigenen Reihen laufen zu lassen, wurde er einfach achtlos in die Spitze geschlagen. In fast alles Fällen ergab sich daraus ein Ballverlust.
Aber noch viel fataler war das Verhalten der Spielerinnen bei einem Ballverlust oder beim Passspiel. Anstatt sich zu bewegen, blieb ein Großteil der Spielerinnen stehen und wartete. Bei versuchten Doppelpässen waren die Deutschen meistens drei bis vier Schritte zu langsam. Genauso bei der Ballan- und mitnahme der Gegenspielerinnen. Diese sind den Frauen förmlich davongelaufen. Bestes Beispiel hier ist das Halbfinalspiel gegen Brasilien. Während bei den deutschen Frauen wenig Passspielbereitschaft herrschte, lief der Ball bei den Brasilianerinnen hin und her. Macht- und Kraftlos liefen die Frauen von Silvia Neid hinter dem Spiel her und konnten im Endeffekt nur zu schauen, wie Fußball gespielt wird.
Ein weiterer schwerer Fehler war das schnelle Umschalten von Angriff in Verteidigung. So entstand im Mittelfeld eine große Lücke, die nur von gegnerischen Spielerinnen gefüllt wurde. Die deutsche Nationalmannschaft brauchte viel zu lange um sich wieder nach hinten zu orientieren.
Auch hier kann man das zweite Spiel gegen die brasilianische Auswahl als Beispiel nehmen. Diese haben nämlich mit ihrem Angriffstrio Marta-Christiane-Daniela durch schnelles Zusammenspiel und Sprints (mit und ohne Ball) die überwiegend hilflose deutsche Verteidigung förmlich überlaufen.
Alles in allem kann man sagen: Nach hochrangigem Fußball sah die Vorstellung der deutschen Auswahl keines Wegs aus. Überlaufen und deklassiert vom Erzrivalen und Weltranglisten 4. Brasilien, dazu zwei knappe Siege über Nordkorea und Nigeria. Gerade mal in den 30 Minuten Nachspielzeit im Viertelfinale gegen Schweden haben die deutschen Damen Fußball gespielt und am Ende auch verdient mit 2:0 gewonnen. Jedoch lag dies auch an der sehr schwachen Vorstellung der Schwedinnen, die ihrem 3. Platz in der Weltrangliste bei diesen Olympischen Spielen auch nicht gerecht wurden.
Können wir nur hoffen, dass die deutschen Fußballfrauen sich ihren Fehlern bewusst sind und im Spiel um Bronze eine bessere Figur machen.
by Hannah Miriam Eckhardt
Obwohl das Team um Trainerin Siliva Neid die ersten zehn bis 20 Minuten das Spiel dominierte und durch Birgit Prinz in der 10. Minute mit 1:0 in Führung ging, konnten die deutschen Fußballerinnen nicht mehr an die Leistung der letzen 30 Minuten des vorheringen Spiels gegen Schweden anknüpfen. Im Gegenteil, je länger die Partie von dannen ging, desto schwächer erschienen die Deutschen und das nutzen Marta und Co. aus. Noch vor der Pause konnte Brasilien nach einer Hereingabe von Christiane durch Formiga zum 1:1 (43.) ausgleichen.
Kurze Zeit später kam dann der Doppelschlag von Christiane (49.) und Marta (53.). Um das Ganze dann noch perfekt zu machen, traff Christiane in der 76. noch ein zweites Mal zum 1:4 Endstand.
Ein zweifacher Weltmeister und sechsfacher Europameister geschlagen. Solch eine hohe und bittere Niederlage hatte man nicht erwartet. Oder doch? Schließlich zeichneten sich schon zu Beginn des Turniers deutliche Defizite in den deutschen Reihen ab.
Erst ein torloses 0:0 gegen Brasilien im Eröffnungsspiel, dann zwei knappe Siege gegen Nigeria und Nordkorea (beide 1:0). So sah die Gruppenphase der deutschen Frauen aus. Wenn man diese Spiele verfolgt hatte, konnte man guten Gewissens sagen: Der Weltranglisten zweite hatte sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Die grundlegensten Dinge des Fußballspielens blieben aus. Das Passspiel war eine Katastrophe und der Torabschluss erfolgte kaum oder die Chancen wurden leichtfertig vergeben. Eine Birgit Prinz kam kaum zum Zug und eine Renate Lingor, die zwar viel "hinter den Kulissen" arbeitete, konnte auch keine eindeutigen Akzente in Richtung gegnerisches Tor setzen.
Bei Ballbesitz wurde weder das Spielfeld breit gemacht noch wurde hinten rausgerückt. So konnte kein vernünfiger Spielaufbau erfolgen und das Flügespiel über Kerstin Garefrekes und Melanie Behringer blieb über weite Strecken aus.
Auch die Arbeit mit dem Ball wurde außer Acht gelassen. Anstatt diesen in den eigenen Reihen laufen zu lassen, wurde er einfach achtlos in die Spitze geschlagen. In fast alles Fällen ergab sich daraus ein Ballverlust.
Aber noch viel fataler war das Verhalten der Spielerinnen bei einem Ballverlust oder beim Passspiel. Anstatt sich zu bewegen, blieb ein Großteil der Spielerinnen stehen und wartete. Bei versuchten Doppelpässen waren die Deutschen meistens drei bis vier Schritte zu langsam. Genauso bei der Ballan- und mitnahme der Gegenspielerinnen. Diese sind den Frauen förmlich davongelaufen. Bestes Beispiel hier ist das Halbfinalspiel gegen Brasilien. Während bei den deutschen Frauen wenig Passspielbereitschaft herrschte, lief der Ball bei den Brasilianerinnen hin und her. Macht- und Kraftlos liefen die Frauen von Silvia Neid hinter dem Spiel her und konnten im Endeffekt nur zu schauen, wie Fußball gespielt wird.
Ein weiterer schwerer Fehler war das schnelle Umschalten von Angriff in Verteidigung. So entstand im Mittelfeld eine große Lücke, die nur von gegnerischen Spielerinnen gefüllt wurde. Die deutsche Nationalmannschaft brauchte viel zu lange um sich wieder nach hinten zu orientieren.
Auch hier kann man das zweite Spiel gegen die brasilianische Auswahl als Beispiel nehmen. Diese haben nämlich mit ihrem Angriffstrio Marta-Christiane-Daniela durch schnelles Zusammenspiel und Sprints (mit und ohne Ball) die überwiegend hilflose deutsche Verteidigung förmlich überlaufen.
Alles in allem kann man sagen: Nach hochrangigem Fußball sah die Vorstellung der deutschen Auswahl keines Wegs aus. Überlaufen und deklassiert vom Erzrivalen und Weltranglisten 4. Brasilien, dazu zwei knappe Siege über Nordkorea und Nigeria. Gerade mal in den 30 Minuten Nachspielzeit im Viertelfinale gegen Schweden haben die deutschen Damen Fußball gespielt und am Ende auch verdient mit 2:0 gewonnen. Jedoch lag dies auch an der sehr schwachen Vorstellung der Schwedinnen, die ihrem 3. Platz in der Weltrangliste bei diesen Olympischen Spielen auch nicht gerecht wurden.
Können wir nur hoffen, dass die deutschen Fußballfrauen sich ihren Fehlern bewusst sind und im Spiel um Bronze eine bessere Figur machen.
by Hannah Miriam Eckhardt
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